Zwei Oberstufen-Schüler berichten von einem ganz speziellen Kurs
China ist eines der Schwerpunktthemen im Zentralabitur Erdkunde. Wo man auch hinsieht, man findet überall etwa, was man mit China in Verbindung bringen kann: „Made in China“ ist heutzutage ein omnipräsenter Slogan auf einer Vielzahl von Produkten – von Lebensmitteln über Kinderspielzeug bis hin zu Hightech-Elektronikartikeln. Dies zeigt die steigende wirtschaftliche Stärke und somit auch Bedeutung Chinas, die uns Herr Schomann ausführlich im Unterricht nahegebracht hat. In der abschließenden Stunde zum Thema China machte Herr Schomann seinen Kurs auf den Chinesisch-Kurs aufmerksam. Ohne zu wissen, dass es sich an diesem Tag schon um den Anmeldeschluss handelte, suchten wir unseren Oberstufenkoordinator Herrn Werner-Dralle auf, der sich mit viel Engagement um die Anmeldungsformalitäten des Kurses kümmerte.
Was haben wir uns von dem Chinesisch-Kurs erwartet?
Nachdem wir nun aus dem Unterricht bereits mit der Wirtschaft und der Bevölkerung Chinas vertraut gemacht wurden, wollten wir unser Gesamtbild zu China komplettieren. Uns interessieren die vielseitige Kultur, die historischen Hintergründe und vor allem die Schrift und die Sprache. Wir hofften Einblicke in diese uns noch weitgehend unbekannten Themen zu erlangen, da Chinas wirtschaftliche Zukunftsperspektiven einen wachsenden Einfluss auf dem internationalen Markt haben und uns – als angehende Studenten – sehr interessant erscheint.
Zudem macht das zum Abschluss des Kurses ausgehändigte Zertifikat des Konfuzius-Instituts Hannover sicherlich im Lebenslauf einen guten Eindruck und öffnet vielleicht die eine oder andere Tür.
Kursinhalte
Der Chinesisch-Kurs wurde vom sympathischen Dozenten Dr. Chunchun Hu geleitet. Er stellte uns zunächst in einer anschaulichen und sehr informativen Vorstellung die chinesische Geschichte anhand von einer PowerPoint-Präsentation vor, schloss Parallelen zu anderen großen Völkern und räumte „typische deutsche Missverständnisse“, die aus Überlieferungs- und Übersetzungsfehlern resultieren, aus dem Weg.
Nach dieser Einführung waren wir an der Reihe: Dr. Hu brachte uns bei, wie wir uns auf Chinesisch vorstellen und nach dem Namen unseres Gesprächspartners fragen können. Wir versuchten die Sätze nachzusprechen und uns gegenseitig vorzustellen, mussten aber schnell feststellen, wie komplex die chinesische Sprache hinsichtlich der Laute und ihrer Aussprache ist. Dies wurde uns im Anschluss erst richtig bewusst, während Dr. Hus Kollegin versuchte, uns dazu zu bringen einzelne Vokale auf fünf verschiedene Arten zu betonen. Abgesehen davon, dass wir es selber nicht wirklich schafften die Laute so zu formen, wie wir es sollten, war es fast noch schwieriger herauszuhören um welche Betonung es sich gerade handelt, wenn Dr. Hu oder seine Kollegin einzelne Silben vorlasen. Diese Erfahrungen hinsichtlich der Phonetik mussten wir im Verlauf des dreitägigen Kurses immer wieder machen.
Als nächstes folgten die Schriftzeichen. Dr. Hu verdeutlichte uns die Herkunft der chinesischen Zeichen mit einem Zeichentrickfilm und zeigte uns die Wandlung der Schriftzeichen von ihrer Entstehung bis heute. Dabei wurde uns der logische auf den ersten Blick einfache Aufbau der über 3000 Zeichen, die aus Bildern und Symbolen bestehen, die mit einzelnen Strichen und Punkten verbunden sind, klarer.
Der chinesische Sprachassistent Luo Zhao, der den Kurs begleitete, hatte unsere Namen in chinesischen Schriftzeichen geschrieben, die von den Lauten der deutschen Aussprache ähneln. Es folgte der Part des Kurses, der vor allem die weiblichen Teilnehmer ansprach: Die Kaligraphie-Stunde. Alle Teilnehmer bekamen Reispapier, Tusche und extra aus Peking eingeflogene Pinsel, mit denen wir unseren Namen malen sollten. Wieder einmal stellte sich heraus, dass die Theorie einfacher als die Praxis ist: Von der Handhabung der Tusche, über die richtige Haltung des Pinsels, bis hin zu den Regeln, wie die einzelnen Striche zu zeichnen waren – einfach war diese Aufgabe gewiss nicht. Striche endeten nicht da wo sie enden sollten und die Proportionen stimmten auch nicht wirklich überein.
Wesentlich leichter fiel uns die abschließende Sprachstunde nach dem Mittagessen im chinesischen Restaurant. Die zu Beginn gelernten Begrüßungssätze wurden nun um Fragen und Antworten rund um die Nationalität ergänzt. Hier wurde wieder der logische Aufbau der Zeichen deutlich.
Unser Fazit
Da sich der Kurs nur über drei Tage erstreckte, haben wir keine großen Erwartungen mitgebracht. Wir wollten herausfinden, ob uns die Sprache gefällt und ausprobieren wie schwer es ist chinesisch zu schreiben, sprechen und verstehen.
Dr. Hu hat den Kurs in einer sehr freundlichen Atmosphäre geleitet und uns die Kultur, Geschichte und Schrift sehr gut dargelegt.
Obwohl es sich nur um einen Einführungskurs handelte, kam uns die Sprache etwas zu kurz. Sicherlich sind die Möglichkeiten in diesem Zeitraum begrenzt, aber man hörte immer wieder Teilnehmer flüstern: „Warum machen wir das hier eigentlich!?“ Wir fragten uns, wozu wir wissen mussten wie die einzelnen Striche heißen, die die Schriftzeichen bilden, wenn wir noch nicht einmal das Zeichen richtig schreiben konnten, geschweige denn es aussprechen konnten. Somit hätten wir uns mehr Sätze und Wörter für den ersten Kontakt gewünscht, um uns miteinander zu verständigen. Dies hätte uns noch bessere Einblicke in die Sprache geben können und vielleicht den einen oder anderen motiviert an der Arbeitsgemeinschaft des Sprachassistenten Luo Zhao teilzunehmen, die er wöchentlich an der Halepaghen-Schule anbietet.
Da unsere Zeit durch die ABI-Vorbereitungen stark gegrenzt ist, haben wir uns gegen die AG entschieden, wollen aber nicht ausschließen, uns zu einem späteren Zeitpunkt intensiver mit der chinesischen Sprache zu beschäftigen.
Am interessantesten war für uns der Besuch eines Studenten, der eine Zeit lang in China gelebt hat und uns detailliert über seine Erfahrungen berichten konnte und uns Tipps für Stipendien, Wohnungssuche und viele Alltagssituationen in China geben konnte. Diese Erfahrungen gaben uns, als angehende Studenten, in einer offenen Fragerunde Einblicke in das Studienleben in China, welches viele Überraschungen mit sich bringen zu scheint.
Alles in Allem hat sich der dreitägige Kurs für uns sehr gelohnt, da wir viele Eindrücke mitnehmen konnten und gleichzeitig viel Spaß hatten. Als Belohnung erhielt jeder Teilneher ein persönliches Zertifikat, welches die Teilnahme eindrucksvoll quittiert.
Christoph Weber und Jean-Luc Winkler
Bilder: Mit freundlicher Gernehmigung der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua
Seite zuletzt geändert am 18.12.2008, 08:38 Uhr von Ralph Werner-Dralle
Am Mittwoch, d.01.02.2012 findet um 19:30 Uhr die Information zur gymnasialen Oberstufe für Jg. 9 statt. Interessierte aus Jg. 10 sind ebenfalls eingeladen.