Die Geschichte der Theater-AG

Der Theater-Vater in Neu Wulmstorf:
Werder Spurzem
Seit 1979, seit 30 Jahren also, treibt die Theater-AG am Gymnasium Neu Wulmstorf ihr Unwesen. Zumutungen jeder Art hatte das Publikum zu ertragen: Lebendige Hühner flatterten auf der Bühne herum, Wildtruden flogen über die Köpfe der nichts Böses ahnenden Zuschauer, Blitze fuhren auf die Bühne nieder und sprengten Burgen – und viele wunderbare Darsteller verzauberten die Besucher im alten und neuen Forum. Rund 30 Schüler melden sich jedes Jahr für die Theater-AG als Schauspieler, Beleuchter oder Bühnenhelfer an.
Initiator der Theater-AG war der inzwischen verstorbene Werner Spurzem, der die AG bis 1996 leitete, zunächst zusammen mit Uschi Ziemann, dann zusammen mit Angelika Möller. Diese leitet die AG seit 1997 in Zusammenarbeit mit Edmund Linden, der für die Texte und die Dramaturgie verantwortlich zeichnet, bis ins Jahr 2011.
Unterstützt wurden sie in den vergangenen Jahren von den KunstlehrerInnen Andrea Martens, Angelika Doose, Peter Waldbüßer und Petra Schaardt mit ihren Kunstkursen bzw. Bühnenbild-AGs, gelegentlich auch von Herrn Birk und dem Schulorchester. Auch einige Schülereltern, ehemalige Schüler/innen und Fachkräfte haben sich für die Mitarbeit an der Theater-AG gewinnen lassen. An erster Stelle ist hier Nina Heppelmann zu nennen, die seit 20 Jahren regelmäßig mit ihrem Schminkköfferchen erscheint, die Maskenbilner anleitet, und die Darsteller verwandelt. Die ehemalige Schülerin und Beleuchtungsmeisterin Tanja Nowak hat bei der Einrichtung der neuen Bühne und ihrer ständigen Verbesserung mitgewirkt. Frau Dagmar Thole, die Schwester von Frau Möller, erscheint mehrmals Jahr für Jahr, um die Schüler/innen mit sprechtechnischen Übungen auf ihre Rolle vorzubereiten. Von den vielen Eltern, die die Theaterarbeit unterstützt haben, ist vor allem Frau Rinn-Bartens zu nennen, die der Theatertruppe viele schöne Kostüme geschneidert hat. Besonderer Dank gilt auch den beiden Hausmeistern Putzmann und Kölln, die immer freundlich auf jede Anforderung und Zumutung reagiert haben.
Jährlich wird eine große Produktion von knapp zwei Stunden Länge erarbeitet, die kurz vor den Osterferien aufgeführt wird. Die Vorstellungen vor rund 250 Zuschauern sind regelmäßig ausverkauft. Daneben hat die Theater-AG mit vielen Sketchen Jubiläen, Verabschiedungen und Begrüßungen mitgestaltet.
Die großen Aufführungen orientieren sich im Allgemeinen an bekannten Vorlagen, gehen damit aber frei um, zumal die meisten Inszenierungen eigenständige Dramatisierungen von Romanen sind.
Im Jahr 2005/2006 beteiligte sich die Theater-AG am bundesweiten Schultheaterwettbewerb des Bundesgesundheitsministeriums und der Hilfsorganisation „Plan International“ zum Thema „Aids in Afrika“ in Anlehnung an den Bericht „Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt“ von Henning Mankell und erreichte mit ihrem Theaterstück „Deadline“ den zweiten Platz unter hundert teilnehmenden Schulen. Die drei prämierten Inszenierungen wurden am 14. Februar 2006 im Maxim-Gorki-Theater in Berlin aufgeführt. Als besondere Ehre empfand es die Theater-AG, dass sie zum Sommerfest 2006 des niedersächsischen Ministerpräsidenten Wulff nach Hannover eingeladen wurde.
Im ereignisreichen Jahr 2006 fuhr die Theater-AG auch nach Konin/Polen, wo sie, finanziert vom deutsch-polnischen Jugendwerk, „Pygmalion“, frei nach George Bernard Shaw, mit großem Erfolg zeigte.
Schließlich führte sie "Deadline" auch beim niedersächsichen Schultheatertreffen 2006 in Celle auf, und zuletzt "Play Faust" und "Von Fröschen und Prinzen" im Stadeum.
Inzwischen sind fünf Theaterstücke der Theater-AG (Play Faust, Effi Briest, Peer Gynt, Alice im Wunderland, Deadline) bei Schöningh veröffentlicht worden:
Edmund Linden/Angelika Möller: Theaterstücke für die Schule


Ursula Ziemann

Angelika Möller
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Edmund Linden
Die Aufführungen der Theater-AG seit 1979:
1979: Dürrenmatt: Romulus der Große
1980: Kishon: Zieh den Stecker raus
1981: Brecht: Der gute Mensch von Sezuan
1982: Kesselring: Arsen und Spitzenhäubchen
1983: Moliere: Der eingebildete Kranke
Brecht: Die Gewehre der Frau Carrar
1984: Dario Fo: Mama hat den besten Shit
1985: Dürrenmatt: Die Physiker
!986-1988: Keine Aufführungen (Fortbildung von Herrn Spurzem)
1989: Ossowski: Die große Flatter
1991: Shakespeare: Der Widerspensigen Zähmung
1992: Brecht: Der kaukasische Kreidekreis
1993: Serreau: Hase Hase
1994: Shakespeare: Ein Sommernachtstraum
1995: Aristophanes: Lysistrata
1996: Frisch: Andorra
1997: Sartre: Das Spiel ist aus
1998: Brecht: Die sieben Todsünden der Kleinbürger
1999: Lindgren: Ronja Räubertochter
2000: Fontane: Effi Briest
2001: Salamanca: Lilith
2002: Miller: Hexenjagd
2003: Ibsen: Peer Gynt
2004: Carroll: Alice in wonderland
2005: Whistlestop-Cafe
2006: Deadline und Pygmalion (frei nach Shaw)
2007: Play Faust
2008: Von Fröschen und Prinzen
2009: Stolz und Vorurteil
2010: Die Wahrheit über Hänsel und Gretel
2011: Sartre: Das Spiel ist aus