Die Wahrheit über Hänsel und Gretel

 


 

 

Inhalt:

Unsere Wissenschaftsparodie "Die Wahrheit über Hänsel und Gretel" führt das vergebliche Bemühen eines Wissenschaftlers vor, irrationale Ängste und Wunschvorstellungen, die auch ihn selbst bedrängen, durch rationale Erklärungen zu überwinden.

 

Das bekannte Märchen von Hänsel und Gretel wird in unserer Aufführung um einige Facetten erweitert. Das Grundmotiv, dass die Kinder von ihren Eltern im Wald zurückgelassen werden und sich in der Gefahr bewähren müssen, bleibt. Hinzu kommen Bedrohungen, an die die Brüder Grimm noch nicht gedacht haben: Vampire. Sie stammen aus einem anderen Genre und aus einer anderen Zeit. Diese Gruselfiguren wurden erst mit Bram Stokers „Dracula“ aus dem Jahre 1897 Gegenstand der Literatur.

 

Die zweite Erweiterung geschieht durch die Einführung eines Märchenforschers, der durch den Wald und die Handlung stolpert und die Personen und Ereignisse unerschütterlich als Sinnestäuschung interpretiert. Aber auch wenn das ganze Geschehen nur in seinem Kopf stattfindet, es lässt sich daraus nicht vertreiben, genau so wenig wie aus den Köpfen der ganzen Menschheit.


 

Mitwirkende


 

Rollen und Darsteller


 

Professor                     Cornelius Wolff

Hänsel                          Nora Klutzny

Gretel                           Julia Riese

Hexe Ottilie                  Mareike Kalbitz

Margarete;                   Rebecca Rasmussen

Gandolf, Vampir          Jasper Eckardt

Roswitha,Vampir         Rosalie Sperber

Gundula, Vampir          Sabrina Rieck

Graf Dracula                 Daniel Gooß

Königssohn                   Daniel Gooß

Rotkäppchen                Sara Steinfeld

Großmutter                   Montana Wambach

Vogel                             Joca Klimpki

Wolf                               Max Zender

Bäume:

Mareike, Rebecca, Sabrina, Montana, Rosalie, Jasper, Teresa Hoppe, Tobias Seemann


 

Keyboard 

Daniel Gooß                     


 

Bühnenbild

Valentina Sauer, Daria Küster, Nicole Stemmann, Svenja Engelbrecht, Tanja Schulz, Barbara Dieterle


 

Plakatentwurf

Sabrina Rieck


 

Technik

Jannick Brockmann, Julian Ismar, Carsten Dieterle


 

Maske

Selina Mardt, Annika Matthies, Janina Schwalme, Carolin Schwartau, Jana Schichta


 

Videoaufnahme

David Winheim


 

Souffleuse

Annalena Linden, Dorothee Lühr


 

Texte

Edmund Linden


 

Regie

Angelika Möller


 

Quellen


 

Unser Theaterstück schöpft aus folgenden Quellen:

  1. Die Märchen der Brüder Grimm

Die Brüder Grimm, die Begründer der Germanistik, sammelten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Volksmärchen, um so die „dichtende Volksseele“ zu erkunden und zu bewahren, von der sich die Romantiker tiefere Einsichten in das Wesen des Menschen versprachen. Dabei glätteten sie die gehörten Erzählungen, beseitigten Widersprüchlichkeiten und strichen allzu deutliche sexuelle Anspielungen, wofür das Märchen „Hänsel und Gretel“ ein besonders deutliches Beispiel liefert; denn selbst die dümmste Hexe käme nicht auf die Idee, die Entwicklung eines jungen Mannes anhand seines Fingers zu beurteilen.

  1. Bram Stoker: Dracula

Bram Stoker hat in seinem Roman aus dem Jahr 1897 den seit Jahrhunderten besonders in Osteuroppa kursierenden Gerüchten über Blut saugende Nachtgestalten, in denen man wiederbelebte menschliche Leichname sah, eine historische Person zugeordnet, den transsylvanischen Grafen Draculea Vlad III (den Pfähler). Diese Zuordnung beruht auf Erzählungen eines ungarischen Orientalisten, der bei einer okkulten Loge in London auftrat. Dracula genießt in Rumänien dagegen den Ruf eines zwar grausamen, aber gerechten Herrschers, weil er die Privilegien des Adels beschnitten hat.

  1. Iring Fetscher: Wer hat Dornröschen wachgeküsst? Das Märchenverwirrbuch

Bruno Bettelheim: Kinder brauchen Märchen

Der Politologe Iring Fetscher hat in seinen Parodien die Grimm´schen Märchen nach verschiedenen wissenschaftlichen Methoden interpretiert. Der Kinderpsychiater Bruno Bettelheim hat die Märchen psychoanalytisch gedeutet. Diese beiden Wissenschaftler liefern die Vorlage für die Gestalt des Professors, der durch unser Grusical stolpert. In seiner Rhetorik ist er von Marcel Reich-Ranicki inspiriert.


 

Hänsel (Nora Klutzny) und Gretel (Julia Riese) allein im Wald

 

Doch der Wald ist voller Leben: Rotkäppchen (Sara Steinfeld), der Wolf (Max Zender), ein riesiger Vogel (Joca Klimpki) laufen in ihm herum.

Der Professor (Cornelius Wolff) glaubt an Halluzinationen, als er Rotkäppchen sieht.

Die Hexe (Mareike Kalbitz) lockt Hänsel und Gretel ins Haus. 

Sie fordert die Kinder auf, viel zu essen, weil das gegen Phantasmagorien hilft.

Die drei schrägen Grazien Rebecca Rasmussen, Sara Steinfeld und Montana Wambach krächzen des Lied von Hänsel und Gretel.

 

Hänsel und Gretel verstecken sich unter dem Tisch, als der Wolf ins Hexenhaus stürmt.

In der Nacht kommen die Vampire aus ihren Särgen und wollen die schlafenden Kinder beißen.

Vampir Gandolf (Jasper Eckardt) entsteigt seiner Gruft.

 Vampir Roswitha (Rosalie Sperber) sieht frisches Blut.

"Nur ein kleines bisschen, nur ein kleines bisschen, nur ein kleines bisschen Blut!" Die Vampire Gandolf, Roswitha und Gundula (Sabrina Rieck) haben Durst.

 Gandolf darf das Blut von Gretels Finger ablecken.

 

Gretel träumt von Gandolfs Liebe.

Die Hexe, nun unverkleidet als Ottilie, erklärt Hänsel und Gretel, dass die Vampire ihre Schwester Margarete gefangen halten.

 

Margarete (Rebecca Rasmussen) wird Graf Dracula (Daniel Gooß) zum dreihundertvierundfünfzigsten Todestag serviert.

 

Der Professor erklärt Hänsel und Gretel, dass die Märchenfiguren und die Vampire nicht real sind.

 

Trotzdem gibt er Auskunft darüber, wie man Vampire tötet: "Man muss ihnen einen Holzpflock ins Herz schlagen."


 

Trotz der Erkärungsversuche des Professors lässt sich der Königssohn (Daniel Gooß) ebenso wenig von der Bühne vertreiben wie die anderen Märchenfiguren und die Vampire.

 

Die Theater-AG dankt

Frau Dagmar Thole für dramaturgische Beratung,

Frau Kalbitz für das Schneidern von Kostümen,

Herrn Kölln für stets freundliche Unterstützung

und dem Sekretariat für den Kartenverkauf und den Druck des Programms.

Seite zuletzt geändert am 03.10.2012, 12:46 Uhr von Ralph Werner-Dralle
 

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