Vorbemerkung

Da das Fach Darstellendes Spiel am GNW als zweistündiges Ergänzungsfach des künstlerisch-musischen Bereichs im Aufgabenfeld A für den Jg. 12 (G8) angesiedelt ist, werden im schulinternen Curriculum nur Schwerpunkte formuliert, um die zeitliche Einschränkung auszugleichen. Allerdings sollten mindestens drei der theaterpädagogischen Kompetenzbereiche (KB) des niedersächsischen Kerncurriculums Darstellendes Spiel von 2017 im Verlauf der beiden Kurshalbjahre vermittelt und praktisch ausprobiert werden, wobei die Wahl der Formen, Sprache und Texte der jeweiligen Kursleitung überlassen bleiben, um den Gestaltungsspielraum nicht unnötig einzuschränken.

(Hinweis: Das von der Fachgruppe DSp im August 2017 abgestimmte und hier veröffentlichte schulinterne Curriculum ist noch auf der nächsten Fachkonferenz zu beschließen.)

 

Kompetenzbereiche und Schwerpunkte des Fachs Darstellendes Spiel

 

KB 1: Sachkompetenz – Theaterästhetische Grundlagen

Darstellendes Spiel, verstanden als umfassender Begriff für personales, figurales und mediales Spiel, basiert auf einem theatralen Zeichensystem, das verschiedene Gestaltungsbereiche vereinigt: u. a. Körpersprache, Bewegung, Sprache, bildnerisches Arbeiten, Musik, Medien, Dramaturgie.

Ziel: Theater als „Gesamtkonzept“ verstehen lernen

 

KB 2: Gestaltungskompetenz – Theaterästhetische Gestaltung

Darstellendes Spiel ermöglicht die Erweiterung vorhandener und die Verknüpfung neu gewonnener Fähigkeiten und Fertigkeiten auf der Basis der theaterästhetischen Grundlagen.

Ziel: Präsentationsfähigkeit in Aufführungssituationen

 

  • Erläuterung zu KB 1 und 2: Theatrale Elemente und Verfahren
    • SPIEL
      • ganzkörperliches Handeln: Bewegung, Stimme und Sprache, Bühnenpräsenz
      • Rollen und Figuren
    • WERKZEUGE
      • theatrale Gestaltungsmittel: Requisiten, Kostüme, Masken
    • RAUM
      • Raumkonzepte: Bühnenform und Bühnenbild
    • TECHNIK
      • akustische Elemente: Töne, Geräusche, Klänge und Musik
      • Lichtkonzepte
      • Medieneinsatz
    • DRAMATURGISCHE STRUKTUREN
      • theaterästhetische Kompositionsmethoden: Bruch, Kontrast, Wiederholung, …
      • Gestaltungskategorien: Bildwirkung, Dynamik, Handlungsstruktur
    • THEATERGESCHICHTE UND THEATERFORMEN
      • vom Urtheater über die Antike, den Barock, das bürgerliche Theater der Aufklärung zur Klassik
      • von der Klassik über den Realismus und Naturalismus zu den modernen Theaterformen
      • Theorien und Programmatiken des Schauspielens
    • SPIELKONZEPTE
      • Eigenproduktionen
      • Adaptionen: nicht-dramatische oder dramatische Vorlagen

Devise: So viel Spiel wie möglich und nur so viel Theorie wie nötig.

 

KB 3: Theaterästhetische Kommunikation

Darstellendes Spiel fördert die Kommunikation über das theatrale Handeln und die Reflexion von Aufführungssituationen.

Ziel: Kommunikations- und Reflexionsfähigkeit über Flüchtigkeit und Mehrdeutigkeit des Theaters

  • Erleben eines einmaligen Live-Erlebnisses
  • Austausch über unterschiedliche Deutungen
  • Entwicklung gemeinsamer Beurteilungskriterien
    • personenbezogenes oder szenenbezogenes Feedback
    • fachgerechte und adressatengerechte Selbstreflexion
    • mündliche Kritik an Anführungssituationen
    • schriftliche Formen: Theaterkritik/ Rezension
  • soziale Kommunikation
    • Konflikte als Herausforderung und Auseinandersetzung verstehen
    • Theater als soziale Kunstform: Interaktion zwischen Spielenden sowie Akteuren und Zuschauern

 

KB 4: Soziokulturelle Partizipation

Darstellendes Spiel bietet den Schülerinnen und Schülern die Teilhabe an verschiedenen Formen und Bereichen des Theaters und eröffnet damit die Möglichkeit zur soziokulturellen Partizipation.

Ziel: Befähigung zur rezeptiven, kritisch-beschreibenden Auseinandersetzung mit Theaterkunst als Bestandteil des öffentlichen kulturellen Lebens

  • Grundlage: Theaterbesuch
  • Diskussion über die gesellschaftliche Funktion und gegenwärtigen kulturellen Bedeutung von Theater
  • Entdeckung der Rahmenbedingungen des professionellen Theaters als Betrieb, Institution und Berufsfeld (Bühnentechniker, Dramaturg, Kostümbildner, …)
  • Sensibilisierung für Inszenierungsformen des Alltags (Sport, Politik, Medien, …)
  • Reflexion über Formen der Intermedialität, also das Verhältnis von Theater zu anderen Darstellungsformen (Medien, Film, Literatur, bildende Künste, populäre Kultur), oder Inter- und Transkulturalität möglich

 

Überfachliche Kompetenzen, die das Fach Darstellendes Spiel vermitteln kann, sind die Persönlichkeitsbildung der Schülerinnen und Schüler, die Sozialkompetenz und die Medienkompetenz.

 

Fächerübergreifendes Potenzial

Nicht nur der Kompetenzbereich 4 macht – je nach besuchter Inszenierung – einen direkten oder indirekten Fächerübergriff zu denen im jeweiligen Abiturjahrgang verpflichtend zu lesenden Lektüren oder Autoren in den Fächern Deutsch oder Englisch möglich. Auch die szenische Interpretation und theatrale Selbsterfahrung können die Analysefähigkeit der Schülerinnen und Schüler hinsichtlich deutsch- oder englischsprachiger Literatur schärfen.

Eine Verbindung zu den Fächern Musik und Kunst wird durch die Inszenierungen (Musik- und Soundeffekte sowie Bühnenbild, Requisiten und Kostüme) quasi von selbst hergestellt.

 

Zusammenarbeit und Verzahnung des Fachs mit dem AG-Bereich des GNW

Aufführungen und Produktionen des Fachbereichs Darstellendes Spiel benötigen einen hohen technischen und gestalterischen Aufwand, der von den einzelnen DSp-Kursen nur schwer zu leisten sein wird.

Deswegen wird eine kontinuierliche Zusammenarbeit bzw. Verzahnung der DSp-Kurse mit den Theater AGs der Ober- und Mittelstufe, der Bühnentechnik AG unter der Leitung von Fabian Hink und der Bühnenbild AG unter der Leitung der Schülerin Svenja Hasche (SJ 2017/ 18) angestrebt.

Seite zuletzt geändert am 06.08.2017, 08:42 Uhr von Carl Röthig
 

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